Quelle: Willich-Tönisvorster Lokalteil der WZ vom 30.08.2007
Wittke verspricht: Flugplatz ist vom Tisch
Der
Minister ste1lt sich im Neersener
Wahlefeldsaal
drängenden Fragen.
Von Rudolf Barnholt
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Neersen. Verkehrslandeplatz Mönchengladbach, Eiserner Rhein
und Autobahnkreuz Neersen -— diese drei Themen sorgten jetzt dafür, dass der Wahlefeldsaal bis zum letzten Platz besetzt war. Die Willicher CDU und die Junge Union hatten nicht nur
interessierte Bürger, sondern auch Landesverkehrsminister Oliver Wittke eingeladen.
Der gab sich optimistisch:
Der Ausbau des Mönchengladbacher Flughafens ist für ihn vom Tisch, auch wenn
der Schlussstrich seitens der Bezirksregierung noch ausstehe. Beim Ausbau des Neersener Kreuzes habe es Vergabeprobleme gegeben.
Inklusive Lärmschutz soll das Projekt aber spätestens 2010 abgeschlossen sein.
Und der Eiserne Rhein? Oliver Wittke versprach ein
transparentes Verfahren und entsprechenden Lärmschutz.
Der Minister trat forsch auf und bekam immer wieder spontanen Applaus für Sätze
wie diesen: „Wir wollen uns auf die großen Flughäfen konzentrieren.“ Schon
allein deshalb, weil die Flugrouten sich überschnitten, mache es keinen Sinn,
den Mönchengladbacher Flugplatz als Entlastung für den Düsseldorfer Airport
aufzurüsten. Nicht nur die Technische Beigeordnete Martina Stall verlangte:
„Das Verfahren muss eingestellt werden, wir stehen hier vor
Investitionsentscheidungen.“ Wittke erklärte: „Ich
gehe davon aus, dass der Regierungspräsident bald eine Entscheidung in Ihrem
Sinne treffen wird.“
Mehr Jobs durch mehr Luftverkehr in NRW
Wittke verteidigte die Ausweitung der Starts und
Landungen in Düsseldorf: „Das Wachstum im Luftverkehr findet endlich auch in
Nordrhein-Westfalen statt, was zu 1500 neuen Arbeitsplätzen geführt hat.“ Er
machte nicht nur Mut in Bezug auf den Ausbau des Neersener
Kreuzes, sondern versprach landesweit so manchen Lückenschluss im Autobahn- und
Fernstraßennetz, nachdem die Vorgänger-Regierung die ihr zur Verfügung stehenden Mittel
nicht ausgenutzt habe. So seien mit Geld, das für Nordrhein-Westfalen gedacht
gewesen sei, Straßen in Bayern und anderswo gebaut worden.
Der Eiserne Rhein ist für Oliver Wittke ein Thema,
das auf der Tagesordnung steht. Noch in diesem Jahr werde eine
Machbarkeitsstudie vorliegen, es werden dann die Kosten für die einzelnen
Alternativen ermittelt. Wittke erklärte: „Ich kann
keine Lösung versprechen, mit der wir es allen recht machen können.“
Der wachsende Güterverkehr sei „ein Riesenproblem, das auf uns zurollt“. Der
Verkehrsminister gab zu verstehen, dass mit einer Umsetzung des Eisernen Rheins
in diesem Jahrzehnt nicht mehr zu rechnen sei - er versprach aber schon jetzt, dass
der Lärmschutz nicht außer Acht gelassen werde. Ein Anwohner fürchtete „eine
Flucht aus Anrath“, falls es zu noch stärkeren Lärmbelastungen durch den
Bahnverkehr komme: „Die Menschen dort -— und
nicht nur in der JVA -— werden dann nicht lebenslänglich in
Anrath bleiben.“

Dynamisch: Minister Oliver Wittke stellt sich den Fragen des Publikums, Bundestagsmitglied Uwe Schummer (links) und der Landtagsabgeordnete Stefan Berger hören zu. Foto: Friedhelm Reimann
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Flugplatz MG – Stationen der Planung
AUSWEICHPLATZ
Bis Mitte der 90-er Jahre
glaubten Politiker und auch der Flughafen Düsseldorf, dass man Mönchengladbach
für den „Überlauf“ im Luftverkehr nutzen könnte.
ERNÜCHTERUNG Schon nach dem
Flughafenbrand im April 1996 stellte man fest, dass es schwierig werden würde,
die hochfliegenden Pläne umzusetzen. Lediglich in der unmittelbaren Folge des
Feuers profitierte Mönchengladbach, danach wanderte der ganze Verkehr wieder
ab.
KEIN BEDARF Die
Luftverkehrskonzeption von 1999 sah keine Notwendigkeit für einen Ausbau.
STOPP Im Herbst
2006 gab‘s schon für die Verfahrenseröffnung keine
Mehrheit im Regionalrat.